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Neues vom Rasenfreak

09.12.2023 - Schnee von der Rasenfläche schieben? Sinnvoll oder nicht?

Wie sinnvoll ist es Schnee im Winter von der Rasenfläche zu schieben? 

Die Expertenmeinungen gehen hier auseinander. Man muss sich sehr genau die Verhältnisse in der Grasnarbe beziehungsweise unter der Schneedecke anschauen. Wenn die Rasentragschicht zu warm ist und der Schnee die Wärme isoliert ist Schneeschimmel (Typhula incarnata = grauer Schneeschimmel) höchstwahrscheinlich.

Hellgraue oder auch braune Flecken bilden sich auf der Fläche aus. Die Blätter wirken trocken und schimmern silbrig. Oft ist das Gras auch ineinander verklebt. Diese Flecken vergrößern sich langsam, kreisförmig und fangen an in der Mitte wieder grün nach zuwachsen. Nach einer Pilzinfektion erholt sich der Bestand im Frühjahr nur langsam. Allerdings wird die Pflanze nicht zerstört sondern nur das Blattwerk sichtbar geschädigt. 

 

Besonders bei Temperaturen um die 0° kann eine Pilzinfektion spontan auftreten. Dann ist es durchaus sinnvoll, die Schneedecke von der Rasenfläche herunter zu schieben, damit die Feuchtigkeit verdunsten kann und die Grasnarbe schnell abgetrocknet. Feuchtigkeit und Wärme sind die wesentlichen Voraussetzungen für Pilzinfektionen.

Natürlich ist es immer schlecht, die Rasenfläche bei kalten Temperaturen zu betreten. Besonders bei Frost und Raureif kann die Rasenfläche beziehungsweise können die Gräser sehr leicht beschädigt werden. Die Fußspuren auf der Rasenfläche sieht man im schlimmsten Fall bis weit in das Frühjahr hinein. Also muss man sehr genau abwägen, ob es besser ist die verschneite Rasenfläche zu betreten und den Schnee herunter zu schieben oder die Fläche einfach ruhen zu lassen. Ein Kochrezept gibt es leider nicht. Wichtig ist, wie gesagt, sich die Situation vor Ort genau anzuschauen und dann mit Bedacht zu handeln. Viel Erfolg!

Andreas Krauss

30.11.2023 – Der Winter ist da!

Hier ein paar Tipps für die Rasenpflege im Winter (Quelle: Homepage der Deutschen Rasengesellschaft):

Autor: © Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.

Winter-Stress bei Rasengräsern: 
„Fact Sheets“ von STERF zum Winter-Rasenmanagement

Vegetationsruhe mit Wintereinfluss

Die Vegetationsdecke einer Rasenfläche setzt sich aus verschiedenen Grasarten zusammen, die im Hinblick auf die Wintertoleranz unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Die Nutzer von Sport- und Golfrasen, aber auch einige Hausrasenbesitzer erwarten von der Dauerkultur Rasen auch in den Wintermonaten einen ansprechenden Aspekt.

Zur Überdauerung der Vegetationsruhe während der Frosttage sollte der Rasen durch geeignete Maßnahmen zur Ausbildung einer Winterhärte vorbereitet sein; denn durch eine gezielte Steuerung des Stoffwechsels gelingt es den Gräsern, eine bestimmte Winterhärte aufzubauen. Dabei spielt die Einlagerung von Kohlenhydraten eine wichtige Rolle. Hierdurch wird die Zellsaftkonzentration erhöht und gleichzeitig der Gefrierpunkt abgesenkt. Diese Frostschutzwirkung ermöglicht es den Gräsern, auch länger anhaltende Wintermonate entsprechend zu überstehen.

Wirkung von Winter-Stress auf Rasen

Schäden durch unsachgemäße Nutzung des Rasens sollten möglichst vermieden werden.

  • Fußtritte bei Frost zerstören Pflanzengewebe;
  • Erholungsphasen im Winter dauern oft Wochen;
  • Tritt- und Fahrspuren stören über längeren Zeitraum den optischen Aspekt;
  • beschädigte Pflanzenteile werden leichter von Krankheitserregern befallen; 
  • Barfröste verursachen Austrocknung der Böden;
  • Eisplatten auf Rasen verhindern die Atmung.

Untersuchungs- und Forschungsergebnisse

Abgeleitet aus zahlreichen Forschungsprojekten (Bioforsk/ Nibio) und intensiven Beratungsaktivitäten, hat die „Scandinavian Turfgrass and Environment Research Foundation” (STERF) und die “Canadian Turfgrass Research Foundation” (CTRF) Ende 2016 ein umfangreiches Kompendium an “Fact Sheets” zum Themenkomplex Winter-Rasenmanagement zusammengestellt und auf der Homepage veröffentlicht. www.sterf.org

Das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprogramm von STERF und CTRF läuft in dem Zeitraum von 2014 bis 2020. Ziel ist es, insbesondere für die Pflege von Golfanlagen neue Erkenntnisse zu erarbeiten und praxisorientierte Empfehlungen für das Rasenmanagement bei Winter-Stress zur Verfügung zu stellen. Nach Angaben von STERF leiden etwa 70 % der skandinavischen Golfplätze unter Winterschäden, die durchschnittlich jährlich Kosten von € 35.000 bis 40.000 verursachen. 
Gerade vor dem Hintergrund der notwendigen Rasenerneuerungen im Frühjahr, spielen Umweltaspekte eine zunehmende Rolle bei der Betrachtung dieser Thematik. Dieses breit angelegte, internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekt hat deshalb in den nächsten Jahren höchste Priorität.

Weitere Infos siehe STERF: z.B. Fact Sheet “Winter Play on Summer Greens”
www.sterf.org/Media/Get/2318/winter-play-on-summer-greens

Ende 2016 stellte STERF insgesamt zehn neue Fact Sheets zum Thema:
Rasenpflege bei Winter-Stress zum Download bereit:
www.sterf.org/sv/library/fact-sheets-winter-survival

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