← Zurück zum Blog 14. September 2026

Rasen nachsäen im September – die komplette Anleitung

Nachsaat September Rasenpflege Schritt-für-Schritt Herbst

Im letzten Beitrag ging es um Vertikutieren und Lüften. Jetzt kommt der logische nächste Schritt: die Nachsaat. Und September ist dafür der beste Monat des Jahres.

Der Boden ist noch warm vom Sommer, die Luft wird kühler, es regnet mehr. Die Gräser haben drei bis vier Wochen zum Anwachsen, bevor es kalt wird. Und das Unkraut hat weniger Kraft als im Frühjahr. Nachsäen gehört zur Rasenpflege wie das Mähen selbst.

Voraussetzung: Bodentemperatur prüfen

Die Bodentemperatur muss dauerhaft über 10 °C liegen. Darunter keimt nichts. Ein Küchenthermometer in 5 cm Tiefe reicht. Im September ist das normalerweise kein Problem — aber messen schadet nie.

Schritt 1: Tief mähen

Mähst du vorher nicht tief genug, überwuchern die alten Gräser die Keimlinge. Runter auf 2 bis 3 cm — aber schrittweise, die 1/3-Regel einhalten.

Schritt 2: Vertikutieren (über Kreuz)

Die Saat braucht Bodenkontakt. Vertikutiere über Kreuz, maximal 5 mm tief. Du willst Schlitze erzeugen, keinen Acker.

Schritt 3: Rasenfilz aufnehmen

Nach dem Vertikutieren liegt Material auf der Fläche. Das muss weg. Am besten mit einem saugenden Sichelmäher drübergehen. Sonst liegt die Saat auf dem Filz statt im Boden.

Schritt 4: Düngen

Vor allem Phosphor für das Wurzelwachstum. Ein Startdünger ist Pflicht — es sei denn, deine Bodenanalyse zeigt bereits hohe Phosphorwerte. Im September bietet sich zusätzlich eine kalium-betonte Herbstdüngung an.

Schritt 5: Die richtige Rasenmischung wählen

Nimm die gleiche Mischung wie beim Bestandsrasen. Meine Empfehlung: Eine Regelsaatgutmischung (RSM). Für die Nachsaat eignet sich RSM 3.2 — eine Regenerationsmischung mit deutlich höheren Qualitätsstandards als Baumarkt-Mischungen.

Schritt 6: Aussaat — gleichmäßig verteilen

Etwa 25 g pro Quadratmeter. Profi-Tipp: Mit der halben Menge zweimal über die Fläche gehen — einmal längs, einmal quer.

Ich habe festgestellt: Mit meinem Kastenstreuer bekomme ich die Menge gar nicht auf die Fläche. Am Ende habe ich von Hand gestreut — eine Handvoll wiegt ca. 25 g.

Schritt 7: Anwalzen

Die Saat braucht festen Bodenkontakt. Mit einer Rasenwalze oder einem Spindelmäher mit Walzenantrieb drückst du die Körner in die Schlitze.

Schritt 8: Saat abdecken

Damit Vögel die Saat nicht fressen und Wind sie nicht verweht: dünn mit gewaschenem Sand (Körnung 0/2) abdecken. Vorsicht bei Mutterboden — da können Unkrautsamen drin sein.

Schritt 9: Bewässern — der wichtigste Schritt!

Die Saat muss mindestens drei Wochen lang feucht bleiben. Nicht nass, nicht trocken — feucht. Durchgehend. Die Gräserarten keimen unterschiedlich schnell:

  • Lolium perenne (Deutsches Weidelgras): 7–14 Tage
  • Festuca (Schwingel): ca. 14 Tage
  • Poa pratensis (Wiesenrispe): volle 21 Tage

Deshalb ist der Herbst ideal: viel Tau, viel Regen. Im Frühjahr heißt das: drei- bis fünfmal am Tag für 5 bis 10 Minuten wässern.

Trocknet die gekeimte Saat zwischendurch aus, war die ganze Arbeit umsonst.

Schritt 10: Erster Schnitt nach der Nachsaat

Mindestens drei bis vier Wochen warten. Sobald das neue Gras 2 bis 4 cm herausgewachsen ist und nicht mehr umknickt, kannst du wieder mähen — mit scharfem Messer auf 4 bis 6 cm. Danach regelmäßig mähen: je öfter, desto dichter wird der Rasen.

Wie oft nachsäen?

Zweimal pro Jahr — Frühjahr und Herbst. So bleibst du den Lücken immer einen Schritt voraus.

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Alle Details und die 12 häufigsten Fehler beim Nachsäen findest du in Kapitel 7.4 meines Buches.

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Und jetzt: raus auf den Rasen! Der September wartet nicht.

Andreas Krauss

Rasenfreak, YouTuber und Autor von „Rasenpflege für Rasenfreaks – Aus Liebe zum Halm"

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