Jetzt vertikutieren oder lüften – was ist sinnvoll?
Ich hab beide Methoden mal direkt nebeneinander getestet, gleiche Einstellung. Der Unterschied ist krass.
Beim Lüften landet fast nur Gras im Fangkorb. Beim Vertikutieren? Erde, Graswurzeln, kleine Erdkügelchen. Zwei völlig verschiedene Baustellen – und genau deshalb werden die beiden Methoden ständig verwechselt.
Wo ist der Unterschied?
Die Grafik zeigt, wie unterschiedlich tief die einzelnen Methoden ansetzen – vom Mähen im Blattaufwuchs bis zum Tiefenlockern im Baugrund. Vertikutieren und Lüften greifen beide oben im Rasenfilz an, aber eben mit ganz unterschiedlicher Härte.
Lüften ist die sanfte Variante. Gefederte Drahtzinken zupfen den Filz aus der Grasnarbe, ohne sie zu verletzen. Kannst du mehrmals im Monat machen.
Vertikutieren ist die Radikalkur. Feststehende Messer schneiden vertikal in den Boden und reißen den Filz mitsamt Erde und Wurzeln raus. Danach siehst du deutliche Längsrillen in der Grasnarbe.
Was brauchst du wirklich?
Nur wenn deine Filzschicht dicker als 1–1,5 cm ist und wie eine Sperre wirkt, lohnt sich der Vertikutierer – und dann auch nur einmal im Jahr. Das ist eine Notfall-Maßnahme, keine Routine-Pflege. Alles darunter: lüften reicht.
Wenn du vertikutierst, nicht in die Erde reinfräsen, sondern nur bis zum Ende des Grashalms – sonst gehen die Wurzeln kaputt. Und danach erstmal mit dem Sichelmäher drüber, tief eingestellt und saugen. Die Erdkügelchen wirken sonst wie Schmirgelpapier für den Spindelmäher.
Als Bonus: Die Schlitze im Boden sind perfekt für eine Nachsaat. Deshalb kombiniere ich Vertikutieren am liebsten gleich mit Düngen und Nachsäen.
Die beste Filzbekämpfung ist die Vorbeugung. Wer regelmäßig mäht und vernünftig düngt, muss vielleicht nie radikal vertikutieren.
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