Tipps & Tricks für den perfekten Rasen!

Du willst den perfekten Rasen und hast keine 1000 Jahre Zeit? Dann bist Du hier genau richtig.

Um einen dichten schöne Rasen zu bekommen, musst Du den Rasendreikampf beherrschen:

  1. oft mähen
  2. richtig düngen
  3. ausreichend wässern. 

Und dabei ist das Wichtigste: 

Immer mit scharfen Messer mähen!

Je perfekter der Grashalm abgeschnitten ist, desto gesünder wächst das Gras.

Wenn Du mehr wissen willst, kannst Du mir gerne eine E-Mail schreiben: Rasenfreak@web.de oder dich per Kontaktformular bei mir melden.

Ich biete auch gerne eine persönliche Beratung an! 😃

Hier meine Empfehlung für den perfekten Start in die Saison:

  • Mache eine Bodenanalyse 6 Wochen vor der ersten Düngung! Idealer Weise im Februar.
  • Kalken, wenn der PH Wert zu niedrig ist, also bei ca. 5 liegt. Das Kalken sollte 6-8 Wochen vor der ersten Düngung erfolgen.
  • Düngen mit einem guten Startdünger mit mindesten 20-25% Stickstoff, wenn die Forsythie blüht oder die Temperatursumme (siehe link) bei 150 bis 200° C liegt. Zur Bestimmung des richtigen Zeitpunkts für die Rasendüngung ist die Grünlandtemperatursumme (GTS) sehr gut geeignet.  Hier der Link zu Temperatursumme in Deutschland: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/entscheidungshilfen/gruenland
  • Regelmäßig mähen und nach frühestens zwei Wochen, wenn die Bodentemperatur konstant über 8-10° C liegt und der Rasen richtig gut wächst, kann man vertikutieren. Ich empfehle heute nicht mehr zu vertikutieren. Besser ist es, den Rasen nur noch zu lüften, da diese Massnahme viel weniger die Grasnarbe schädigt.
  • Dann nachsäen und, wenn möglich, gleich eine dünne Sandschicht streuen und die Rasensaat festwalzen. Wenn Du viel Sand verwenden willst, erst sanden und dann säen und dann die ganze Fläche walzen.
  • Zum Schluß wässern bis zu 3x pro Tag 5-10 min und warten, warten, warten. Nach 2 Wochen sollte der Rasen schon gut wachsen!
  • Das erste Mal mähen sollte man, ein die Gräser eine Länge von 8-10 cm erreicht haben. Maximal 1/3 der Halmlänge abschneiden. Alles andere schädigt das Gras. 

Für einen perfekten Rasen muss richtig bewässert werden. Ich beregne ca. 10 l/qm pro Tag alle drei Tage, da ich einen sehr sandigen Boden habe. Bei normalen Böden ist eine Wassermenge von 15 l/qm einmal pro Woche sinnvoll. Wenn es sehr warm wird, muss immer auch das Gras beobachtet werden. Sobald das Gras den Welkepunkt erreicht hat, also das Gras bläulich wird und Fusstritte auf dem Rasen sichtbar blieben, muss sofort bewässert werden. Ich bewässere nachts nach Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden, um einen möglichst hohen Wasserdruck zu haben und den Tau der Nacht mit zu nutzen. 

Folgendes Bewässerungsintervall ist grundsätzlich sinnvoll: 20%, 40%, 40%

Also 20% der gesamten Beregnungsmenge am Anfang. Dann nach einer Stunde 40% und noch mal nach einer weiteren Stunde die restlichen 40% beregnen. 

Es gibt drei wichtige Düngerphasen im Jahr:

Im Frühjahr sollte man mit einer stickstoffbetonten Düngung starten. 25% oder mehr Prozent Stickstoff ist hier optimal. 

Dann im Sommer muss das Gras Hitze und Trockenstress aushalten. Hier hilft dann eine mehr kaliumbetonte Düngung bei gleichzeitiger Reduzierung des Stickstoffanteils. 

Zum Winter kann noch mal richtig massiv mit Kalium und Magnesium gedüngt werden, um die Gräser für den Winterstress stark zu machen.

Ausserdem sollte über das ganze Jahr die Nährstoffverteilung passen.

Welchen Düngerhersteller man verwendet, spielt aus meiner Sicht nicht so die große Rolle. Compo hat aber eine irre Auswahl an verschiedenen Düngern. Das finde ich sehr interessant. Wichtig ist aber auch, dass ein mineralischer Dünger fachgerecht angewendet wird. Zu viel von dem Dünger und eine schlechte Verteilung kann negative Folgen, wie Verbrennungen und Streifenbildung, erzeugen. Eine organischer Dünger ist da wesentlich verzeihender, aber nicht so effektiv. Dafür ist organischer Dünger nicht gesundheitsschädlich.

Ich finde es sehr wichtig das Gras zu beobachten und das Wetter im Auge zu behalten. Ggf. muss der Plan geändert werden.

Es ist sinnvoll vor dem Düngen zu lüften. Man muss aber unterscheiden, in welcher Phase der Saison man sich befindet. Zum Frühjahr hin hat der Rasen keine Kraft  und ist ausgelaugt und dünn. Da ist es nicht gut den Rasen noch zusätzlich zu schädigen. Deshalb erst düngen und dann frühestens nach zwei Wochen (wenn überhaupt) lüften oder vertikutieren. Das gilt fürs Frühjahr. Im Sommer sieht das ganz anders aus. Dann ist der Rasen dicht und hat meistens auch schon eine relativ starke Filzschicht. Deshalb muss hier der Rasen erst gelüftet werden, damit der Dünger tief in den Boden fällt und schnell den Wurzeln zur Verfügung steht.

Die richtige Rasensorte ist ein schwieriges Thema! 

Es gibt Tiefschnitt verträgliche Gräser und weniger Tiefschnitt verträgliche Grassorten. Es ist also wichtig, die gewünschte Schnitthöhe festzulegen. Außerdem gibt es sehr trockenheitsresistente Gräser und Grassorten, die einen hohen Nährstoffbedarf haben, wie die z.B. Poa supina und Poa pratensis.  

Dann gibt es Gräser, die sich oberirdisch ausbreiten, und andere Gräser, die unterirdische Ausläufer bilden, wie z.B. die Poa pratensis. Anderen Gräser wachsen büschelartig und können dadurch keine Lücken schließen, wie die Lolium perenne (Deutsche Weidelgras)  Allerdings gibt es auch schon Weidelgräser, die sich unterirdisch ausbreiten (RPG von Barenbrug). Oberirdisch Ausläufer bildende Gräser erzeugen schnell eine dichte Grasnarbe. Die Grasnarbe kann aber auch sehr schnell und sehr stark verfilzen, wenn die Rasenfläche nicht intensiv gepflegt wird. Das würde ich mir gut überlegen. Ausläufer bildende Gräser schließen sehr schnell Lücken im Rasen, was besonders bei strapazierten Flächen sinnvoll ist.

Besonders wichtig für die Optik ist auch die Blattgröße und die Farbe. Es gibt feine Gräser, wie z.B. Festuca rubra und breitblättrige Gräser, wie die Poa supina und die Poa pratensis. Es gibt dunkelgrüne Gräser, wie z.B. die Festuca rubra, und hellgrüne Gräser, wie z.B. die Poa supina und auch die unerwünschte Poa annua. Da muss man schauen, was man schön findet.

Auch benötigen einige Gräser extrem viel Wasser, wie z.B. die Poa supina. Da auch die unerwünschte Poa annua Wasser und Nährstoffe liebt, geht man heute andere Wege, um die Poa annua zu verdrängen. In Zukunft sollten wir viel weniger Düngen und viel weniger Wasser einsetzen! D.h wir müssen Gräser fördern, die wenig Wasser und wenig Nährstoffe benötigen, wie z.B. die Festuca rubra oder auch die Festuca arundinacea, die aber wiederum sehr breitblättrig ist.

Als Nachsaat ist diese Mischung sehr interessant: https://www.rasenwelt.de/rasensamen/fairway-nachsaat-ps-29.html?cache=1614022039

Ich benutze aktuell folgende Rasenmischung: https://www.rasenwelt.de/rasenpflege/hochwertige-fairway-mischung-ps-251.html?cache=1578149706

Diese Mischungen enthalten die Lolium perenne, die Poa pratensis und Festuca rubra Sorten. 

Das Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) zeichnet sich durch eine schnelle Anfangsentwicklung aus, die sich im raschen Auflaufen und im sofort einsetzenden intensiven Wachstum zeigt. Es eignet sich daher zur schnellen Begrünung neu angelegter Rasenflächen und zur Nachsaat von Lücken.

Die Wiesenrispe (Poa pratensis) ist vielseitig als Rasengras einsetzbar. Sie hat eine langsame Anfangsentwicklung, die eine längere Zeitspanne zwischen Aussaat und Aufgang und damit einen zögernden Abschluss der Narbenbildung zur Folge hat. Hat die Wiesenrispe sich in einer Rasenansaat durchgesetzt, ist sie infolge der guten Ausläuferbildung und der starken Wurzelverflechtung ein Mischungspartner, der bei entsprechender Sortenqualität dichte, geschlossene Narben mit guter Belastbarkeit und Trockenheitsverträglichkeit bei nicht zu starker Wüchsigkeit bildet. Sie stellt hohe Ansprüche an die Stickstoffversorgung und bevorzugt trockenere Standorte, auf nassen Standorten gedeiht sie schlecht. Wegen der guten Belastbarkeit und der dichten Narbenbildung eignet sich die Wiesenrispe vor allem für Strapazier- und Gebrauchsrasen. Die Poa pratensis blüht von Mai bis Juni und ist etwas breitblättriger als andere Gräser! Das muss man akzeptieren und mögen.

Der Horstrotschwingel (Festuca rubra ssp. commutata) gehört zu den wichtigsten Rasengräsern. Die Sorten des Horstrotschwingels bilden keine Ausläufer. Sie zeichnen sich durch eine dichte und feine Narben aus. Die Festuca rubra ssp. trichophylla hat mehr oder weniger kurze Ausläufer. Festuca Gräser besitzen eine hohe Trockenheitsresistenz, benötigen wenig Nährstoffe und sind Tiefschnitt verträglich!

Der ideale pH-Wert ist immer abhängig von der Bodenart. Es empfiehlt sich regelmäßig eine Bodenanalyse durchzuführen, um den pH-Wert zu kennen und gezielt beeinflussen zu können. Der pH-Wert ist Maßstab für den Säuregrad des Bodens. Nur wenn der pH-Wert zu tief ist, sollte der Boden aufgekalkt werden.

Im Fachbuch Rasen von Martin Thieme-Hack wird ein pH-Wert von 5,5 bis 6,5 empfohlen. 

pH-Werte kleiner 7 bezeichnet man als „sauer“ bzw. zunehmend sauer in Richtung 0. Werte größer als 7 bezeichnet mal als „alkalisch“.

pH-Wert erhöhen mit Kalk

Algenkalk ist ideal.

Bei Algenkalk handelt es sich um einen langsam wirkenden Kalkdünger, der meist aus Korallenablagerungen von Rotalgen gewonnen wird. Im Gegensatz zu Dolomitkalk, der aus Muscheln und Resten anderer Meerestiere gebildet wird, enthält Algenkalk daher noch diverse Zusatzstoffe. Der rein biologische Stoff wird zur Bodenverbesserung, Düngung sowie zum Pflanzenschutz eingesetzt. Aufgrund seiner natürlichen Inhaltsstoffe findet er vorzugsweise im ökologischen Gartenbau Verwendung. Wie alle Kalkvarianten neutralisiert Algenkalk die Bodensäuren und wirkt damit einer langsamen Versauerung entgegen, wobei Algenkalk überwiegend auf leichten und mittelschweren Böden zum Einsatz kommt.

Algenkalk besteht aus rund 80 Prozent Calciumcarbonat (CaCO3), das man auch als kohlensauren Kalk bezeichnet. Daneben enthält er einen relativ hohen Magnesiumanteil und andere, für die Pflanzen essenzielle Spurenelemente wie Mangan, Bor oder Jod. Aufgrund des optimalen Verhältnisses von Kalk zu Magnesium bringt Algenkalk – im Vergleich zu anderen Kalkdüngern – die verschiedenen Nährstoffe in einem für den Boden günstigen Mengenverhältnis mit sich. Calciumcarbonat ist nicht wasserlöslich, weshalb Algenkalk langsam, aber nachhaltig wirkt und bis auf wenige Ausnahmen für den ganzen Garten geeignet ist.

Bis 2012 wurde Algenkalk in der EU auch mithilfe von Staubsaugerbooten direkt von noch aktiven Algenbänken unter Wasser geerntet, was inzwischen zum Schutz der Algenbänke aber verboten ist. Heute gewinnt man Algenkalk aus Lagerstätten, die vor gut 200 Millionen Jahren entstanden sind.

pH-Wert senken

Ein zu hoher pH-Wert ist leider ein Problem und nicht sich schnell zu ändern. Für eine nachhaltige und natürliche Absenkung des pH-Wertes ist Geduld gefragt. Dieser Prozess ist relativ schwierig und kann nur langsam und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Ich habe mein Wissen auch nur aus dem Internet und nicht ausprobiert, da mein pH-Wert sehr niedrig ist. 

Hier ein paar Tipps, was man tun kann:

Unterstützend sollte man auf kalkhaltige Dünger und kalkhaltiges Gießwasser verzichten. Organische Bestandteile wirken sauer, wenn man sie in den Boden einarbeitet und sie sich dort zersetzen. 

Hausmittel, mit denen man den Boden sauer machen kann, sind Kaffeesatz, Traubenrester, Nadelerde, Torf, verschiedene Kompostmischungen oder Mulch. Es besteht auch die Möglichkeit mit sauren Sanden den pH-Wert zu senken.

Torf

Torf ist eine althergebrachte Methode, mit der der pH-Wert im Boden gesenkt werden kann. Dieses Material verfügt über saure Eigenschaften und lässt sich über einen längeren Zeitraum im Boden einarbeiten. Allerdings wird Torferde aus dem Moor gewonnen, einem sehr sensiblen Ökosystem, das mit dem Abbau nach und nach zerstört wird. Durch die Gewinnung dieses Sediments werden wichtige Lebensräume negativ beeinflusst, die dortige Flora und Fauna leiden extremdarunter.

  • Torf im Boden über mehrere Tagen bis hin zu Wochen einarbeiten
  • Jedoch zerstört Abbau von Torferde das Ökosystem Moor
  • Besser auf umweltfreundlichere Alternativen zurückgreifen

Kompost aus Eichenlaub

Zur Senkung des pH-Wertes im Boden ist ebenfalls ein Kompost aus Eichenlaub gut geeignet. Dieses ist einfach herzustellen, vor allem, wenn eine Eiche im heimischen Garten steht. Darüber hinaus wachsen Eichen in vielen Parks und den deutschen Wäldern.

  • Reines Eichenlaub hat einen äußerst sauren pH-Wert
  • Fängt beim Zersetzen an, nach und nach noch mehr Säure abzugeben
  • Selbst kleine Mengen wirken stark auf den bisherigen pH-Wert ein
  • Hat keinen negativen Einfluss auf den Erdboden
  • Auf die Reinheit des Komposts achten, nur Eichenlaub verwenden

Nadelerde

Ebenfalls sehr einfach ist die Verwendung von Nadelerde, also der Erde aus der direkten Umgebung von Nadelbäumen. Auch Nadelbäume können den Boden säuern und dadurch einen zu hohen pH-Wert nachhaltig senken. Im Ausgleich lässt sich im Anschluss die Gartenerde von der bearbeiteten Pflanzstelle an der ausgehobenen Stelle rund um den Nadelbaum auffüllen.

  • Nadelerde rund um den Stamm ausheben
  • Diese dann an dem gewünschten Platz einarbeiten
  • Im Anschluss pH-Wert regelmäßig messen
  • Prozess solange wiederholen, bis erforderlicher Wert erreicht ist

Eisensulfat

Eisensulfat ist eine gute Alternative zu Torf und lässt sich vor allem bei extrem verdichteten Lehmböden anwenden. Dabei handelt es sich nicht um einen organischen Stoff, vielmehr ist Eisensulfat ein Salz der Schwefelsäure.

  • Eisensulfat wirkt äußerst schnell im Boden
  • Entwickelt zeitnah die benötigte Säure
  • Der pH-Wert lässt sich bereits innerhalb von zwei Wochen ersichtlich senken